Barrierefreiheitsklassen für Wohnraum

Barrierefreiheit ist keine Ja/Nein-Frage.

Raumgerecht bewertet Wohnraum in differenzierten Klassen – analog zu Energieeffizienzklassen – statt binär als „barrierefrei“ oder „nicht barrierefrei“. Grundlage sind OIB-Richtlinie 4, ÖNORM B 1600 und die gelebte Erfahrung von Menschen mit Behinderungen.

Beispielhafte Klassifizierung

Zielscheiben-Diagramm der Barrierefreiheitsklassen Fünf konzentrische Ringe stellen die Klassen C, B, A, A+ und A++ dar. Der Ring für Klasse A ist hervorgehoben und markiert die Beispiel-Klassifizierung. A++ A+ A B C

Achsen = ThemenfelderRing = erreichte Klasse

Zertifikats-ID RG-2026-0114-A

Das Problem

Ein fragmentiertes, binäres Regelwerk

Die gesetzlichen Regelungen zur Barrierefreiheit sind zwischen den Bundesländern nicht harmonisiert – vor allem im Innenbereich. Und sie gelten fast ausschließlich für Neubau, während der Großteil möglicher Wohnlösungen für die wachsende ältere Bevölkerung aus dem Bestand kommen muss.

Uneinheitliche Vorschriften

Länderrecht weicht ab, insbesondere bei Umbauten und im Bestand.

Fokus auf Neubau

Der jährliche Neubau ist viel kleiner als der bestehende Wohnungsbestand.

Binäre Kennzeichnung

Bestehende Filter (z. B. auf Immobilienportalen) sagen nur Ja oder Nein – meist gemessen an Rollstuhltauglichkeit, obwohl nur rund 4 % der Menschen mit Behinderungen einen Rollstuhl nutzen.

Unser Ansatz

Klassen statt Ja/Nein – entwickelt mit Bedürfnisgruppen

Wir ergänzen die bestehenden rechtlichen Grundlagen um die Perspektiven verschiedener Bedürfnisgruppen – etwa Menschen mit Sinneseinschränkungen. So fließt gelebte Erfahrung direkt in das Kategoriesystem ein, gemeinsam entwickelt mit Interessensvertretungen wie ÖZIV und der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen.

Jede zertifizierte Wohneinheit erhält eine eindeutige Identifikationsnummer. So entsteht für Bauträger, Vermieter:innen und Wohnungssuchende echte Transparenz über die Klasse und den zu erwartenden Umbauaufwand.

Was eine Klasse ausdrückt

  • Nutzbarkeit für unterschiedliche Bedürfnisgruppen – nicht nur Rollstuhlnutzung
  • Voraussichtlicher Aufwand für barrierefreie Umrüstung
  • Verankerung in OIB-Richtlinie 4, ÖNORM B 1600 und ÖNORM B 1601
  • Eindeutige, nachprüfbare Zertifikats-ID

Normative Grundlage

Aufbauend auf bestehenden Normen

Unser Klassifizierungssystem baut auf bestehenden Normen auf und macht sie erstmals für die Praxis vergleichbar.

  • OIB-Richtlinie 4
  • ÖNORM B 1600
  • ÖNORM B 1601

Warum jetzt

Der Bedarf wächst schneller als das Angebot

19,7 → 26,7 % Anteil der Personen ab 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung, 2023 bis 2040
4–13 % der Wohnungen in Österreich gelten aktuell als barrierefrei
700 / 220.000 Wiener Gemeindewohnungen sind als barrierefrei eingestuft – bei 13,5 % mobilitätseingeschränkter Bevölkerung

Was wir anbieten

Leistungen im Überblick

Zertifizierung

Klassifizierung von Bestands- und Neubauwohnungen nach unserem Klassensystem, inklusive eindeutiger Zertifikats-ID.

Beratung

Begleitung von Bauträgern, GBVs und Planer:innen von der Erstanalyse bis zur Umsetzung.

Über uns & Partner

Gemeinsam entwickelt, nicht am Reißbrett

Die Raumgerecht Consulting GmbH wurde 2026 in Wien gegründet und entwickelt das Klassifizierungssystem gemeinsam mit Immobilien- und Interessensvertretungen. Gefördert wird das Projekt von der Wirtschaftsagentur Wien.

Bereit, Barrierefreiheit messbar zu machen?

Ob Bestandsportfolio oder Einzelprojekt: Wir zeigen Ihnen, wie eine Zertifizierung für Ihre Wohneinheiten aussehen kann.